Chronik 1990-1999

Die Geschichte Teil 7 von 1990 bis 1999

Bis Mitte der neunziger Jahre änderte sich nicht viel im Laufe der Geschichte.

Jedoch ab 1995 musste die Gesellschaft ganz neue Wege beschreiten. Durch die Schließung des Gasthof Loers war es nicht mehr möglich die Sitzungen in dem über Jahrzehnte bewährten Saal abzuhalten. Neue Ideen waren gefragt und man fasste den Entschluss die Veranstaltungen in einer Zelthalle auf dem Mürrigerplatz durchzuführen. Dieses bedeutete natürlich einen riesigen Aufwand an logistischen Maßnahmen und eine enorme Kostenintensität. Die tatkräftige Mitarbeit der Mitglieder und von vielen Freunden sollten diesen gewagten Schritt aber zu einem Erfolg werden lassen.

Das Ehrenmitglied Hans Mildner baute ein phantastisches Bühnenbild in den Farben der Gesellschaft. Besonderheit waren die 1111 Spiegel in Form von Blumen die dem Bild seine edle Einzigartigkeit verliehen. Die von Jakob Gieleßen neu entworfene Elferratsbühne rundeten das Bühnenbild in seiner Einzigartigkeit ab. Der ganze Zeltinnenraum wurde von den Mitgliedern in rote und weiße Stoffbahnen gehüllt und mit wunderbaren Blumengebinden aus der Gärtnerei von Josef Huff geschmückt.

Bei der ersten Sitzung wurde die Gesellschaft dann auch für ihre Bemühungen belohnt. Sowohl das Publikum wie auch Gladbachs „Karnevalsoberboss“ Bernd Gothe fanden viele lobende Worte für die entstanden Festzelthalle.

Aber nicht nur das Zelt bedeutete eine Neuerung für die Gesellschaft. Nach 16 Jahren Vorstandsarbeit zogen sich die „Fantastischen Vier“ Heinz Willi Nellessen, Willi Knippertz, Paul Vinken und Hans Cuypersaus der Führung zurück um neuen Kräften die Arbeit in die Hand zu legen. Neuer Vorsitzender wurde Albert Schiffer der seine Aufgabe mit viel Herz übernahm. Auch entschloss man sich nun wieder eine Funkengarde aufleben zu lassen um jüngere Leute in die Gesellschaft einzubeziehen. Unter der Federführung von Wolfgang Rütten („de Kotte“) wurde dieses dann auch in die Tat umgesetzt. Zusammen mit dem für diese Vorhaben gewonnenen Regimentsschneider Hermann Josef Rütten („Meister Wiebel“) wurden neue Uniformen entworfen die in Anlehnung dem alten friderizianischen Stil angepasst wurden. Dieses Outfit in weiß mit bordeauxroten Aufschlägen, weißen Hosen und echten Kürassierstiefeln fand dann auch regen Anklang. Breits nach zwei Jahren war mit Harald Pohla („de Schöne“), Falko Dreßel („et Häzke“), Norbert Zons („die Pommes“), Bernd Zons („die Nas“) und Barbara Brodermanns („et Reto“) als Regimentstochter ein Grundstein zum Aufbaugelegt.

Im Jahr 1998 übernahm dann Wolfgang „Pilla“ Pilates von Heinz Willi Nellessen die Narrenpritsche und somit das Amt des Präsidenten. Unter seiner Leitung wurde im gleichen Jahr endlich wieder eine Herrnsitzung durchgeführt.

Eine schöne Episode ereignete sich bei der Damensitzung im Folgejahr. Präsident „Pilla“ begann die Eröffnung für seine „Mädels“ mit den warmen Worten „ Liebe Mä…..“ und das war es dann mit seiner Stimme, kein Wort wollte mehr über seine Lippen kommen. Sein neuer Vize Paul Schneider hatte nun seinen ersten großen Auftritt und wurde so im ersten Jahr direkt ins kalte Wasser geworfen und kam nach Sitzungsende als ausgebildeter Rettungsschwimmer von der Bühne.

Schon ein Jahr später konnte unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Monika Bartsch das 88 jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden. Zu den Sitzungen wurde in diesem Jahr wieder eine Ausstellung durchgeführt wozu von Klaus Bungter die Räume der Stadtsparkasse Venn zur Verfügung gestellt wurden. Natürlich wurde in der Zelthalle zu diesem Anlass ein großer Empfang abgehalten. Als Laudator stellte Jakob Holthoff die Geschichte der Gesellschaft vor um den Anwesenden einen kleinen Einblick zu gewähren, was es heißt über 88 Jahre einen Verein aufrecht zu erhalten.

Zur Beköstigung der Zahlreich erschienenen Gratulanten war die vereinseigene Gulaschkanone im Zelt aufgebaut um nach Poether Art zubereitete Kartoffelsuppe zu verteilen. Leider hatte sich die Suppe aber in der Zeit der langen Gratulationstour leicht verändert und sich zur allgemeinen Erheiterung in Kartoffelschnaps verwandelt. Aber Kartoffelsalat mit Bockwurst schmeckt auch.

Leider kam es im Folgejahr zu einigen Irrungen und Wirrungen und das Narrenschiff wankte in den Wogen. Mit Rolf Arndt wurde jedoch 1999 ein neuer Vorsitzender gefunden der mit der vollen Unterstützung aller Mitglieder das Geschehen wieder in ruhige Fahrwasser leitete. Zusammen mit Paul Schneider als Präsident führte er die Gesellschaft ins neue Jahrtausend.