Chronik 1970 – 1979

Die Geschichte Teil 5 von 1970 bis 1979

Um dem allgemeinen Trend zu folgen und neben Märschen auch Schlager zu spielen, wurden 1971 Ventilinstrumente angeschafft. So wurden aus Fanfaren und Hörner alsbald Trompeten, Prosaunen und Tenorhörner dazu kamen für Showauftritte zwei Schlagzeuge, Bongos, Bongas sowie mehrere Effektinstrumente. So wurden das den Poether Fanfaren die „Showfanfaren Mönchengladbach – Poeth von 1954“. Leider ging bei diesem Umbau auch bei vielen Mitgliedern des Musikzuges das Zugehörigkeitsgefühl zur Gesellschaft verloren.

Für das gesamte Korps wurden Show-Uniformen in den Nationalfarben angeschafft: rote Hosen, gelbes Hemd und schwarze Weste. So konnte das nun insgesamt 40 Mann starke Team die Bühnen im Inn u. Ausland bereichern. Besonders die siebziger Jahre waren für die Fanfaren im internationalen Musikgeschäft richtungsweisend.

Auftritte in Dünkirchen, St. Quentin, Lille, Eupen und Mechelen sowie zahlreiche Gastspiele in den Niederlanden gehörten zu jener Zeit zum Programm.

Höhepunkte waren aber die in den 1977 und 1978 durchgeführten 5 tägigen Reisen zur Lord Major´s Parade nach Bradford in England. Diese Parade ist das englische Gegenstück zum rheinischen Karneval und endet mit einem großen Festzug durch die Stadt.

Besonders die abenteuerliche Fahrt 1978 blieb den Korpsmitgliedern lange in Erinnerung. Bis zum Anlegen der Fähre in Dover ging alles glatt, aber dann…

Der Bus verließ die Fähre; leider ohne Ölwanne. 3 Stunden Wartezeit wegen Busreparatur. Weiterfahrt nach London, eine Stadtrundfahrt….wäre ja gemacht worden, wenn der Bus nicht wieder liegen geblieben wäre. Reparatur nicht möglich, also Stadtrundfahrt am Abschlepphaken. Nach vielen Telefonaten endlich Weiterfahrt mit einem englischen Ersatzbus. So erreichten die Tourteilnehmer den Zielort Bradfort mit 10 Stunden Verspätung. Wenn einer eine Reise tut…….

Der Große Rat

Der Große Rat der Gesellschaft bestand 1971 aus:

  • Drekopf, Theo = Präsident
  • Knippertz, Willy = Vizepräsident und Geschäftsführer
  • Nellessen, Heinz Willi = 1. Vorsitzender
  • Lüttge, Hasn Peter = 2. Vorsitzender
  • Schlefers, Ludwig = Ehrenvorsitzender
  • Ernst, Peter = 1. Kassierer
  • Junge, Peter = 2. Kassierer
  • Gölden, Karl-Josef = Archivar
  • Joeris, Leo = 2. Schriftführer
  • Holthoff, Jakob = VDZ

Der weiterer Rat setzte sichwie folgt zusammen:

  • Bolzius, Horst
  • Görtz, Hans
  • Mnich, Heinz
  • Bolten, Edmund
  • Hölscher, Wolfgang
  • Müdder, Martin
  • Bleilevens, Dani
  • Jude, Norbert
  • Piel, Willi
  • Elschenbroich, Udo
  • Junge, Willi
  • Schäfer, Walter
  • Giesen, Heinz
  • Klein, Wolfgang
  • Uedinger, Wolfgang
  • Giesen, Helmut
  • Klerx, Hans
  • Viand, Josef
  • Goebels, H. Rainer
  • Liermann, Heinz
  • Wolf, Peter

1972 wurde die Gesellschaft durch die Gründung einer Tanzgruppe unter der Leitung von Wilma Baumanns um eine weitere Kooperation bereichert.
Bereits im ersten Jahr sorgte die Gruppe mit einem Borussentanz (eine Homage an die gewonnene Deutsche Fußballmeisterschaft) für viel Aufsehen. Auch in den folgenden Jahren wurden die wechselnden Kostümkreationen und die perfekt einstudierten Tänze bei den Veranstaltungen mit dem entsprechenden Beifall honoriert. Bei den Tanzmeisterschaften in Krefeld wurden in den Folgejahren mit „Viva Espana“, „Haremstanz“ und „Weltreise“ immer erste Plätze eingefahren.

Leider löste sich die Formation bereits im Jahre 1979 wieder auf.

Für die Stadt Mönchengladbach war das Jahr 1976 ein ganz besonders. Durch die Gebietsreform wurden die Städte Mönchengladbach und Rheydt zusammengelegt. Dieses hieß nun, dass wir die einzige Stadt waren, die zwei Hauptbahnhöfe und unterschiedliche Telefonvorwahlen hatten.

Auch für den Karneval ergaben sich natürlich durch diese neue Verbundenheit einige Neuerungen. Nun hatten wir eine Stadt aber zwei Prinzengarden. Die in Rheydt herrschenden weiß-schwarzen „Pinguine“ und die Gladbacher rot-grauen „Feuerlöscher“ mussten sich nun ein gesamtstädtisches Prinzenpaar teilen.

Dies war natürlich auch für die Poether ein Grund sich am neuen Karnevalsgeschehen zu beteiligen. So ging Hans Helmut Giesen als erster gesamtstädtischer Kinderprinz aus der Karnevalsgesellschaft Poeth in die Geschichte des Mönchengladbacher Karnevalsverband ein. In diesen Jahren hatte sich auch der Sitzungskarneval zu einer festen Größe entwickelt. So konnten sowohl zwei Damensitzungen, eine Kindersitzung, eine Galasitzung und ein Kostümball im ausverkauften Saal des Gasthof Loers durchgeführt werden. Auch während der karnevalslosen Zeit wurden viele Aktivitäten durchgeführt. Veranstaltungen wie Oktoberfest, Weinfest und Schlachtfest hielten über das Jahr das Gesellschaftsleben aufrecht.