Chronik 1960-1969

Die Geschichte Teil 4 von 1960 bis 1969

Das Jahr 1961 wurde für die Gesellschaft ein ganz besonders Jahr.

50 Jahre Karnevalsgesellschaft Poether Pothäepel stand zu feiern an. Am 15. Januar 1961 fand aus diesem Grund im Gasthof Loers ein Jubiläumsempfang statt. Der Empfang war eine große Sache. Präsident Theo Drehkopf, mit der Gründungsfahne im Rücken, begrüßte als erstes die noch anwesenden Gründungsmitglieder Wilhelm Gendriesch, Peter Coenen und Peter Zweipfennig.
Sehr bewegt begrüßte „Dööres“ Drehkopf den Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach Herrn Wilhelm Maubach als Schirmherr der Veranstaltung und ihre Deftigkeit Marion I. (Obermöhne der Stadt ). Der Oberbürgermeister betonte in seiner herzlichen Ansprache die Verbundenheit zu den Poether Pothäepel und löste sein Versprechen ein, die neue Standarte der Gesellschaft einzuweihen. Eine Kuriosität bei diesem Großereignis war wohl, dass der Höhepunkt des Empfanges darin bestand, den „Großen Zapfenstreich“ zu spielen.

Zum goldenen Jubeljahr wurden auch die Halsorden für die Ratsmitglieder eingeführt und ebenso wurden die schwarzen Röcke durch weiße Jacketts mit bordeauxroten Aufschläge ersetzt. Diese Uniformordnung hat sich bis heute erhalten: Schwarze Hose (wichtig die schwarzen Socken), weißes Hemd, Jackett mit Aufschläge, Fliege, „Strunz-Tuch“ und Halsorden.

Am 21. Januar 1961 platzte bei der Jubiläums-Gala-Sitzung der Saal zu Loers aus allen Nähten. Unter dem Motto „Karneval in Schanghai“ hielt Theo Drehkopf sein Debüt als Sitzungspräsident und beförderte Frau Käthe Schlefers (Gattin des damaligen 1. Vorsitzenden Ludwig Schlefers) zur Ehrenkommandanteuse der Funkengarde.

Schon einige Tage später gab es im „Goldenen Jubeljahr“ die nächste „neue“ Attraktion. Es wurde endlich wieder ein Hausfrauennachmittag durchgeführt. Hierbei stellte sich auch der zu diesem Anlass neu gegründete Damenrat das erste Mal dem närrischen Publikum. So regierten die Damen das erste Mal im Saal und Präsident „Dööres“ (mit Schürze „Mama`s Liebling“) nahm es stillschweigend hin.

Zur Verköstigung auf allen Veranstaltungen des Jubeljahres, gab es den von Loers zu diesem Anlass auf Flaschen gezogenen „Jubiläumswein der Karnevalsgesellschaft Poether Pothäepel zur Session 1961“.

Zu den großen Höhepunkte bei den Veranstaltungen in den fünfziger und sechziger Jahren zählten die Redner und Sänger aus den eigenen Reihen die man als Säulen des Erfolges bezeichnen kann. Unvergessen sind die Reden eines Theo „Döööres“ Drehkopf als Poether Orginal. Ebenso nicht wegzudenken waren die Parodien von „Pitter und Plümmm“ dargestellt durch Peter Lüttgen und Willi Zerressen.
Absoluter Höhepunkt waren die Zwiegespräche von Theo Drehkopf und Willi Knippertz. Wenn diese beiden auf der Bühne erschienen und lokale Ereignisse glossierten, blieb kein Auge trocken und manchem blieb vor lauter Lachen die Luft weg.
Nicht zu vergessen sei der Auftritt des „Orgelmann“ Johann Giesen. Seine Stimme war so gut, das bei tonbandkonservierten Orgelklängen, die Narren sogar im Saal blieben. Die Gesellschaft war von diesen Auftritten so begeistert, das sie dem „Orgelgott“ in den Niederlanden eine echte funktionstüchtige Orgel kauften und schenkten. Dieses gute Stück ist heute noch im Kaminzimmer des Gasthof Loers zu bewundern.

In den Sechzigern ging dann ein neuer Stern am Poether-Künstler-Himmel auf. Heinz Willi Nellessen entdeckte die „Bretter der Welt“ und die Poether Showbühne. Zusammen mit Gislinde Uedinger war ein neues Parodienpaar geboren welches die Narrenschar im Saal zu Lach- und Applausstürmen hinriss.

In den folgenden Jahren fand die Gesellschaft immer mehr Anklang und die Mitgliederzahlen stiegen ständig. Besonders der Fanfarenzug konnte kräftig verstärkt werden.
Als 1966 die Husarenuniformen ihren Glanz verloren hatten, entschloss sich das jetzt 20 Mann starke Korps neue Uniformen anzuschaffen. Ausgewählt wurden mittelalterliche Wallensteinuniformen. Diese machten den Fanfarenzug bei Auftritten und Umzügen zu einem besonderem Glanzpunkt und brachten die Poeth auch über die Stadtgrenze in aller Munde.

Das Jahr 1968 sollte für die Gesellschaft ein ganz besonders werden. Ludwig Schlefers der als Vorsitzender 15 Jahre die Geschicke des „Poether-Narrenschiffes“ lenkte, wollte nun in die zweite Reihe zurücktreten und die Führung in neue Hände legen.

Dies brachte den Präsidenten auf die Idee, alles in eine Hand zu nehmen. Aber halt, was sind schon Präsident und Vorsitzender einer einzelnen Gesellschaft, wenn man doch für ein ganzes Jahr der Chef von allen Narren der Stadt werden kann.

Somit stellte die Karnevalsgesellschaft Poether Pothäepel das erste mal in der Vereinsgeschichte das Prinzenpaar der Stadt Mönchengladbach.

Als Prinz Theo II. und Pinzessin Katharina Niersia XXIII. Wurde das Ehepaar Drehkopf inthronisiert.

Mit viel Witz und guter Laune brachten sie nun den Namen Poeth in der ganzen Stadt zum glänzen.

Als Sitzungspräsident sprang für das Jahr Willi Knippertz ein. Er war der „Hans Dampf in allen Gassen“ es gibt eigentlich keine Position die Willi nicht bekleidet hat. Er war immer der treibende Motor der Gesellschaft oder anders gesagt die „Stille Eminenz“.

Nach dem erfolgreichen Prinzenjahr widmete man sich nun wieder um den weiteren Aufbau der Gesellschaft. Um den starken Andrang von jugendlichen Karnevalsbegeisterten gerecht zu werden, wurde 1969 zum 15jährigen bestehen des Fanfarenzugs ein Jugendfanfarenkorps gegründet. Hier ließen sich dann auch sofort 9 Jungen einschreiben, um die „Großen“ zu unterstützen. Im darauf folgenden Jahr löste sich die Funkengarde wegen Mitgliedermangel auf, und die restlichen Funken wechselten in den Rat oder in das Fanfarenkorps.