Chronik 1945-1959

Die Geschichte III.Teil 1945 bis 1959

Die ersten Nachkriegsjahre waren durch die privaten Sorgen der Menschen wenig ermutigend um einen karnevalistischen Neubeginn zu starten. Durch den Tod vieler „Ehemaliger“ waren auch die Interessen der „Heimkehrer“ auf den Nullpunkt gesunken.

Das Wiederaufleben der Gesellschaft begann am 15.Juli 1948, als sich mehrere junge Männer bei einer Feier zusammenfanden und zu später Stunde auf die ruhende Poether Karnevalsgesellschaft zu sprechen kamen. Man beschloss, den „Pothäepeln“ neues Leben einzuhauchen. Es wurde ein öffentlicher Aushang angeschlagen um die Wiederbelebung durchzuführen. Initiator der gesamten Angelegenheit war der spätere Präsident Bernhard Heßler. Von den ehemaligen Mitglieder erschienen nicht viele, was den Mitgliederstand radikal verjüngte. Alle Ämter wurden nun von jungen Leuten bekleidet, die mit großem Elan an die gestellten Aufgaben gingen.

Mitglieder dieses ersten Nachkriegselferrates waren :

  • Bernd Heßler
  • Heinz Jansen
  • Heinz Kauven
  • Hans-Reiner Goebels
  • Willi Knippertz
  • Fritz Schatto
  • Josef Herbertz
  • Leo Zons
  • Hans Drehkopf
  • Karl Brünker
  • Hans Dierig

 

Mitglieder „des Großen Rates“ waren:

  • Altersvorstand : Fritz Jansen
  • Peter Coenen
  • Stephan Heßler
  • Konrad Schatto
  • Peter Kauven
  • Präsident: Bernhard Heßler
  • Vize-Präsident: Heinz Jansen
  • Ordensmeister: Heinz Kaufen
  • 1.Finanz-Verfügungsrat: Hans-Reiner Goebels
  • 2.Finanz-Verfügungsrat: Willi Knippertz
  • 1.Kostümverwalter: Fritz Schatto
  • 2.Kostümverwalter: Karl Brünker
  • Hoppediz: Heinz Czickus
  • Saalpolizist: Hans Pauvels

 

So wurden die Bürger durch Plakataushang darüber Informiert, das am 15.Januar 1949 die „Erste große Gala-Narren-Sitzung“ im Saale des Gasthof Loers zu Venn stattfand.

Für die erste Sitzung wurden bei Hinzen in Korschenbroich 11 Ratsmäntel und eine Polizistenuniform für insgesamt 60,-DM geliehen.

Unter dem Präsidenten Bernhard Heßler und dem Motto „ De Möll kieme wie`r“ gingen wieder viele Mitglieder in die Bütt um Frohsinn und gute Laune zu verbreiten. Diese erste Nachkriegssitzung wurde ein voller Erfolg. Hierdurch ermutigt begann nun die nicht immer leicht Aufbauarbeit. Es stand nun die Erweiterung und die Festigung der Gesellschaft im Vordergrund.

 

Für die Session 1949 standen dann folgende Sessionstermine auf dem Programm:

15.01. Große Gala Narrensitzung

29.01. Kostümball

12.02. Gala – Damensitzung

24.02. Altweiberfastnacht

Im „Landwirtschaftlichen Casino“ in Rönneter (Brunen Saal) wurde im Jahr 1951 die Festsitzung „40 Jahre Karneval in Poeth“ abgehalten. Um die große Bühne zu füllen, setzte man kurzerhand die „Poether Prominenz“ als „Jubelrat“ auf die Bühne, während der ehrenvolle Rat in Leihuniformen eine Funkengarde mimte. Dieser Garde stand Luise Shavier als erstes Funkemariechen zur Seite. Karneval macht eben erfinderisch.

Reden wir hier über die frühen fünfziger Jahre, darf man auch die nicht fruchtende Bemühung vergessen einen eigenen Ortsgebundenen Kinderkarneval auf die Beine zu stellen.

Bereits 1951 gab es das erste Kinderprinzenpaar in Poeth. Prinz war Hanjo Backes, seine Prinzessin Vera Pütter. Für den Umzug am Karnevalssonntag wurde ein eigener Kinder-Prinzenwagen gebaut.

Wegen dem fehlenden Zuspruch aus der Venner Bevölkerung, wurde das Unternehmen Kinderprinzenpaar leider wieder eingestellt.

Der Umzug der Kooperationen der Gesellschaft wurde aber bis in die heutigen Tage fortgesetzt. Dieses dient aber mehr um die regionale Wirtschaft zu unterstützen als einen großen Zug durch leere Strassen ziehen zu lassen.

Der Kreis der Aktiven wuchs ständig und ermöglichte 1952 die Gründung einer Funkengarde.

Diese stellte sich in der Session 1952/53 unter dem Kommando von Toni Gölden und dem Mariechen Ilse Zimmermann der Öffentlichkeit vor.

Im Jahre 1954 gründete sich auf Betreiben einiger Gardisten das Fanfarenkorps der Gesellschaft. Trotz manch bissiger Bemerkung zu dem eigenartigen Tönen die aus dem Feld zwischen Poeth und Hehn erschalten, ließen sich die Jungen nicht entmutigen und setzten ihre Bemühungen um so verbissener fort.

Gründungsmitglieder des Fanfarenzuges waren:

  • Benno Renette
  • Hans Widler
  • Hans Günter Dielen
  • Peter Zons
  • Helmut Dielen.

Mit Willi Deckers und Josef Smeets wurden noch 2 Leute für die Sache gewonnen. Diese beiden hatten schon einige Erfahrung mit Fanfarenmusik und konnten so mit ihrem Wissen den anderen bei ihren Bemühungen unterstützen.

Die ersten Auftritte erfolgten in Hochneukirch und wurden noch in den Funkenuniformen durchgeführt, aber bereits zum nächsten Auftritt wurden von der Karnevalsgesellschaft sieben Husarenuniformen gekauft. Dieses schmucke Outfit war dann auch bis 1966 das Erkennungszeichen der Fanfaren.

In der Session 1955 bekam das Korps mit Walter Joerihsen und Rolf Lüttge zwei neue Mitglieder und es wurden, um immer den richtigen Takt zu halten, zwei Landsknechttrommeln angeschafft.

Um die immer höheren Ansprüche gerecht zu werden, arrangierte das Korps für die wöchentliche Proben einen Musiklehrer, der sich auf Fanfarenmusik spezialisiert hatte. Die Kosten für die Ausbildung wurden damals, genau so wie alle Jahrzente danach, von den Mitgliedern selber getragen.